Donnerstag, 9. Dezember 2010

leider ganz verspätet: zum 2. Advent

In den letzten Tagen musste ich einige Vertretungen übernehmen, daher erst jetzt die vorbereiteten Texte zum 2. Adventssonntag:

 2, Adventssonntag:
Kyrie Text:
Herr Jesus Christus, du hast uns angenommen, zur Ehre Gottes.
V./A.: Herr, erbarme dich!
Du taufst uns mit dem Heiligen Geist und mit Feuer.
V./A.: Christus, erbarme dich!
Du stehst da als Zeichen für die Nationen, die Völker suchen dich auf.
V./A.: Herr, erbarme dich!

1.     Lesung:     Jes 11,1-10
Paradiesische Zustände kündigt der Prophet Jesaja an. „Dann wohnt der Wolf  beim Lamm“: Es ist eine Welt ohne Gewalt, ein friedliches Miteinander zwischen Schwachen und Starken. Doch das Paradies ist nicht der Ausgangspunkt einer unerreichten Vergangenheit, es ist auch Bild der Zukunft, auf die die Welt nach Gottes Plan zugeht. Das Fundament dieser kommenden Welt lautet: Gerechtigkeit Gottes. Gott ist es der Gerechtigkeit schafft, und daraus erwächst Zukunft. Die Frage an uns lautet: „Wie sehr sind wir zukunftsfähig – wie sehr sind wir gerechtigkeitsfähig, d.h. erwarten wir wirklich, dass Gott handelt?“

2.     Lesung:     Röm 15,4-9
Es ist ein weihnachtliches Motiv, um das es Paulus in der Lesung geht.
„Nehmt einander an, wie Christus uns angenommen hat!“ Um diesen Auftrag in den so gewöhnlichen Alltag umzusetzen, sind wir selbst gefordert – es gilt die stete Bereitschaft, sich zurückzunehmen. Hintergrund: In dem Gott Mensch geworden ist, hat er in jedem Sinn des Wortes unsere Menschennatur angenommen: Er hat sie sich zu eigen gemacht. Gott steckt in „meiner Haut“. Dadurch bin ich von Gott so angenommen, d.h. geliebt, wie es meiner Persönlichkeit entspricht, mit meinen liebenswürdigen Seiten, aber auch mit dem Dunkel in mir. Auch im Menschen neben mir denjenigen zu erkennen, der von Gott gleichermaßen geliebt und angenommen ist, das ist Aufgabe, die es einzuüben gilt.


Evangelium:       Mt 3,1-12   

Johannes der Täufer – seine Person umgibt etwas Fremdes, Erschreckendes; sein Lebensstil ist eine Provokation. Und doch kamen die Menschen zu Tausenden zu ihm in die Wüste, ließen sich ins Gewissen reden und wollten ihr Leben nach der Begegnung mit ihm, ändern.
Und genau hier liegt der Kern: nicht abstrakte Sätze und Wahrheiten, auch wenn sie noch so richtig sind, können Leben verändern, sondern im Letzten nur eine Person. Der Mensch lebt sein tieferes menschliches Leben in personalen Bezügen. Er braucht lebendige Partner, Vorbilder, Heilige als Gegenüber. An ihnen und mit ihnen findet er zu sich selbst und ist in der Lage zu echter Bekehrung und umfassender Umkehr. Johannes macht es seinen Zuhörern nicht leicht – er bietet all seine Kräfte auf, um sein Gegenüber heilsam zu erschüttern damit sie sich an den Wegebau für den Herrn machen.
Das Beichtsakrament hat im Advent seinen festen Ort und macht Gottes Geduld und Erbarmen gerade in dieser Gnadenzeit sichtbar.
„Bereitet dem Herrn den Weg! Ebnet ihm die Straßen!“

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen